Haus N


EUROPAN SPLIT

Neubau eines Wohnhauses mit Pool in MünchenWettbewerbsgewinn Europan zum Thema Suburban Challenge, Standort Split
Valentina Lauš, Jan Bohnert, Chris Neuburger

Split ist nach Zagreb die zweitgrößte Stadt Kroatiens und der wirtschaftliche, kulturelle und touristische Mittelpunkt Dalmatiens. Auf einer Halbinsel in der Adria gelegen, wird sie von der nach Südwesten orientierten Hafenbucht und dem aus der römischen Zeit stammenden Diokletianspalast definiert, dessen Grundriss im Stadtbild noch heute deutlich ablesbar ist. Nach den politischen und wirtschaftlichen Umwälzungen der letzten Jahrzehnte tritt der Nutzen der nördlichen Industrie- und Militärgebiete immer weiter in den Hintergrund. Das im Rahmen des Europan ausgewählte Wettbewerbsgebiet liegt an der Nahtstelle zwischen großmaßstäblichen Schlafstätten und Sportbauten für die Mediterranen Spiele 1979, dem letzten Erweiterungsring und Sperrgebieten im Norden. 

Ziel des Entwurfes ist es, langfristig den nördlichen Küstenstreifen zu erschließen und zu einem kommerziell, touristisch und privat genutzten Stadtteil auszubauen. Ausgangspunkt der Entwicklung soll die Errichtung eines Subzentrums sein, das bereits vorhandene städtische Funktionen und Institutionen, wie Universitäts- und Forschungseinrichtungen, Kultur- und Sportbauten, Büro- und Wohnnutzungen miteinander verbindet und ausbaut. 

Das neue Zentrum fügt sich behutsam in den bestehenden Stadtraum ein und zeichnet sich durch die starke Einbeziehung der mediterranen Landschaft und der Topographie des Ortes aus.

Jury Text zur Begründung des 1. Preises

„In diesem Projekt führten die theoretischen Überlegungen, die Reflexionen

zum Thema und die Analyse des städtebaulichen Kontextes zu einer innovativen, aber dennoch realistischen und realisierbaren Lösung. Obwohl der Vorschlag innerhalb der durch die Wettbewerbsausschreibung vorgegebenen Grenzen erarbeitet wurde, basiert er eindeutig auf der umfassenderen Analyse des städtebaulichen Kontextes. So lassen sich mehrere allgemeine Konzepte erkennen, darunter die Absicht, den nördlichen und südlichen Teil der Halbinsel Split zu integrieren. Dies soll durch die Ausdehnung zentraler Funktionen nach Norden erreicht werden, also durch die Entwicklung eines Gewerbe-, Wohn- und Tourismusgebiets mit entsprechender städtebaulicher Qualität. Die bestehende Funktionsvielfalt des Gebiets wird erkannt und durch neue Mischung aus Wohnen, Büros, Gewerbe, Tourismus und Sport- und Freizeiteinrichtungen erweitert. Die zentrale Lage des Gebiets trägt dazu bei, dass es als Kern der Erneuerung und Revitalisierung für ein größeres Umfeld, einschließlich des ehemaligen Militärhafens Lora und der Industriegebiete im Norden, fungieren kann.

Das Projekt respektiert die Umwelt. Neben dem Erhalt und der Einbindung der Natur rund um die Dreifaltigkeitskirche und den Turska-Kula-Park dient die Landschaftsplanung auch der besseren Integration des südlichen und nördlichen Stadtteils. Vorgeschlagen wird die Schaffung eines grünen, sportlich-freizeitlichen „Bumerangs“: Neue Erholungs- und Grünflächen an den Hauptverkehrsstraßen ermöglichen einen fließenden Übergang von Marjan über das Poljud-Stadion, bis hin zum gestalteten Park rund um die Kirche und den Turska-Kula-Park.

Die durchdachte Architektur besticht durch interessante, adäquate und abwechslungsreiche Typologie, unterschiedliche Gebäudehöhen und eine fließende Raumgestaltung. Kritikpunkte könnten die begrünten Dächer sein, deren Zweckmäßigkeit angesichts des mediterranen Klimas fragwürdig erscheint. Die Vielfalt der Wohnungstypen und -größen, ihre Ausrichtung zum Park und die Berücksichtigung von Gegebenheiten wie Parkplätzen belegen eindeutig das Engagement für hohe Lebensqualität.“